Das erfolgreiche Leben

Was ist eigentlich ein erfolgreiches Leben?

Die Frage ist spannend aus zwei Gründen. Spannend zum einen, da das eigentlich eine sehr relevante Frage ist. Was für ein Leben möchte ich eigentlich führen? Und spannend zum andern, weil ich mir diese Frage erst explizit während meinem Doktoratsstudium gestellt habe. Warum hat mich diese Frage eigentlich noch niemand während meiner Schulzeit gestellt? Somit habe ich nun zentrale, strategische Entscheidungen getroffen, die mein weiteres Leben maßgeblich beeinflussen, ohne ein wirkliches Ziel zu haben. Als Betriebswirt ist dieser Ansatz vermutlich als nicht optimal zu bewerten. An dieser Stelle möchte ich vorwegnehmen, dass ein Universitätsabschluss oder für ein renomiertes Unternehmen zu arbeiten, kein wirkliches Lebensziel ist.

Limitationen des Artikels

Dieser Artikel ist stark von meinen Erfahrungen und meinem Umfeld geprägt. Daher sind die Inhalte verzerrt und unvollständig. Außerdem gibt es natürlich keine allgemeingültige Definition für ein erfolgreiches Leben. Aus diesem Grund werde ich nur kurz zwei Hilfsmittel vorstellen, die einen Startpunkt bieten für eine systematische Beantwortung der Frage.

Zweckziele vs Endziele

Wie oben schon angesprochen, ein Universitätsabschluss ist kein wirkliches Lebensziel. Es ist lediglich nur ein Zweckziel. Der Schulabschluss, die Ausbildung, das Praktikum oder der Studienabschluss ermöglichen Endziele. Oft denken wir von einen Zweckziel zum nächsten. Ich brauche einen guten Notendurchschnitt, um das Praktikum bei Unternehmen A zu machen. Mit einem guten Praktikumszeugnis habe ich vermutlich eine gute Chance bei Unternehmen B. Diese Verkettung lässt sich unendlich weiterspielen. Aber warum machen wir das alles? Was ist unser Endziel? Was möchten wir im Leben erleben und wofür wollen wir stehen? Oft stellen wir dann fest, dass Endziele wenig Finanzmittel benötigen, allerdings viel Zeit in Anspruch nehmen. Am Leben der Kinder teilhaben, Freundschaften pflegen, unseren Hobbys nachgehen, uns jährlich durch die Dschungel dieser Welt schlagen oder einfach glücklich sein kostet uns hauptsächlich Zeit. Endziele können sich natürlich über die Jahre ändern. Eins sollte jedoch berücksichtigt werden. Bei der Wahl unserer Endziele sollten wir uns immer von den Erwartungen der Gesellschaft befreien.

Was die Forschung zum Thema Glück sagt

Die Volkswirtschaftslehre spricht oft vom individuellen Nutzen oder dem Bruttoinlandsprodukt. Wenige wissen, dass sich selbst in diesem Forschungsgebiet das Gefühl Glück verirrt hat. Ein Thema, dass Philosophen und Psychologen schon seit Ewigkeiten beschäftigt. Denn eigentlich wollen wir alle ein glückliches Leben führen. Dies spiegelt sich auch in unserem Kaufverhalten und in der Werbung wieder. Der beste Weg zu einem glücklichen, erfüllten Leben ist jedoch relativ trivial und hat weniger etwas mit Konsum zu tun. Jedoch handeln wir genau gegensätzlich zu den Erkenntnissen der Wissenschaft. Im Rahmen der Grant-Studie, eine Studie die Studenten der Harvard University sowie Jugendliche aus einem ärmlichen Viertel in Boston und später ihre Familien über 75 Jahre beobachtet hat, schlussfolgerten die Forscher, dass gute und enge zwischenmenschliche Beziehung ein erfülltes Leben ausmachen. (Übermäßiger Alkoholkonsum bewirkt das Gegenteil.) Natürlich spielen auch andere Faktoren eine Rolle. Aber diese Erkenntnis ist ein sehr guter Startpunkt für die eigene Recherche und vermutlich einen weiteren Artikel wert.

Dies ist kein Aufruf sich von dem Leistungsgedanken abzuwenden

Unsere Gesellschaft funktioniert nur, wenn diese eine kritische, emphatische und leidenschaftliche ist. Unser Wohlstand hat viele Probleme kreiert, die wir lösen müssen, um auch weiterhin langfristig die Chance haben, ein glückliches Leben zu führen. Eine Gesellschaft ist letztendlich auch nur die Summe aller Menschen. Daher ist es von großer Bedeutung, dass die einzelnen Menschen in der Lage sind, die Gesellschaft ganzheitlich voranzubringen und negative Entwicklungen entgegenzutreten.

 

Quellen und weitere Literatur

Zweckziele vs Endziele

Lakhiani (2017). Breaking All the “Brules”, Impact Theory, https://youtu.be/BvpAeRGnkJ4, min. 9:50 – 15:30.

Die drei wichtigen Fragen für Endziele:
– Welche Erfahrungen möchte ich machen?
– Wie möchte ich mich persönlich verbessern? / Was möchte ich lernen?
– Wie möchte ich der Gesellschaft etwas wiedergeben?

Glücksforschung

Waldinger (2016). What makes a good life? Lessons from the longest study on happiness. TED, https://youtu.be/8KkKuTCFvzI. (deutscher Untertitel)

Lyubomirsky, S. (2013). The how of happiness: A practical guide to getting the life you want. London: Piatkus.
Vaillant, G. E. (2012). Triumphs of experience. Boston: Harvard University Press.

 

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