Growth Mindset

Das Buch Selbstbild (Originaltitel: Mindset) von Carol Dweck (Stanford University) beschäftigt sich mit den fundamentalen Grundeinstellungen und Glaubensansätzen eines einzelnen Menschen. Die Inhalte des Buches basieren auf jahrelanger, mühevoller Forschungsarbeit und behandeln die Frage, warum manche Menschen Hindernisse im Leben überwinden und andere bei dem Vorhaben scheitern. Die Autorin hat mit ihrem Werk weltweit sehr viel Aufmerksamkeit auf sich gezogen. Selbst Bill Gates (Gründer von Microsoft und Bill & Melinda Gates Foundation), welcher einen Blog für Buchkritiken unterhält, fand das Buch so relevant, dass er Jahre später sogar eine zweite Kritik schrieb.

Limitationen des Artikels

Dieser Artikel hat das Ziel, einen kleinen Einstieg zu geben. Ich kann euch sehr empfehlen, das Buch selbst zu lesen und im Internet ein wenig zu recherchieren. Die nachfolgende Zusammenfassung ist oberflächlich und kann selbstredend der Forschung von Carol Dweck nicht annähernd gerecht werden.

Was ist ein dynamisches Selbstbild

Menschen, die ein dynamisches Selbstbild (Growth Mindset) haben, glauben, dass sie sich und ihre Fähigkeiten verändern bzw. verbessern können. In einem statischen Selbstbild (Fixed Mindset) sind die Fähigkeiten nicht veränderbar. Die beiden Selbstbilder lassen sich im folgenden Beispiel sehr plakativ und einfach verdeutlichen. Nehmen wir an, ein Schüler hat in seiner letzten Mathematikarbeit die Note ausreichend bekommen. Mit einem statischen Selbstbild würde der Schüler die schlechte Note seinem fehlenden Talent im Fach Mathematik zuschreiben. Hätte das Kind ein dynamisches Selbstbild, würde es aus seinem eigenen Fehlern lernen wollen und die Konsequenz ziehen, dass er nicht hart genug gearbeitet hat. Denn wenn er wirklich will, ist alles möglich. Im Umkehrschluss wird auch eine gute Note nicht dem Talent sondern der harten Arbeit zugeschrieben.

Dynamische und statische Selbstbilder beeinflussen auch die Entscheidungen von LehrerInnen und Eltern. Denn jemand mit einem dynamischen Selbstbild glaubt, dass Kinder oder Jugendliche von einem weniger guten Schüler oder Schülerin zum Klassenbester oder Klassenbeste aufsteigen kann, wenn sie nur hart genug arbeiten.

Menschen mit einem dynamischen Selbstbild sehen Fehler oder Niederlagen als eine Möglichkeit zu lernen. Deshalb haben sie auch keine Angst Fehler zu begehen. Denn im Gegensatz zu Menschen mit einem statischen Selbstbild fühlen sie sich nicht als Person bewertet, da der Erfolg oder Misserfolg nicht von ihnen als Person an sich abhängig ist. Sie glauben daran, dass sie sich verbessern können und es das nächste mal besser machen. Dies hat auch zur Folge, dass Menschen mit einen dynamischen Selbstbild Herausforderungen suchen, da sie mit diesen wachsen können. Sie leben nach dem Motto: “Ich kann es NOCH nicht.”

Kann ich zu einem dynamischen Selbstbild wechseln?

Natürlich kann ein dynamisches Selbstbild auch erlernt werden. Ansonsten würde die Theorie im Widerspruch mit sich selbst stehen. Carol Dweck widmet auf ungefähr 80 Seiten, wie wir ein dynamisches Selbstbild lehren und erlernen können und gibt auch praktische Beispiele. Das Konzept wurde schon an Tausenden von Kindern angewendet und hat zu signifikanten Leistungssteigerungen geführt.

Anstatt die schlechte Note diversen Gründen zuzuschreiben, überlege dir, was du besser machen kannst. Hast du genug Zeit in das Lernen investiert? Wo lagen genau deine Fehler? Fehlt es dir an den Grundlagen oder hast du die neuen Inhalte noch nicht verinnerlicht? Frag doch einfach deinen Lehrer oder deine Lehrerin, ob er oder sie dir hilft, deine momentanen schwächen zu identifizieren, um aus deinen Fehlern zu lernen. Wichtig ist auch, dass du mit dem Lernen nicht erst vor der nächsten Klassenarbeit anfängst. Die sofortige Schließung deiner Wissenslücken bzw. die Verbesserung deiner Fähigkeiten sollte im Vordergrund stehen. Denn es geht nicht um deine Noten, sondern um den stetigen Wachstumsprozess. Gute Noten sind quasi das Abfallprodukt.

Quellen und weitere Literatur

Dweck (2012). Selbstbild. München: Piper.

Dweck (2014). Der Glaube an die eigene Lernfähigkeit. TED, https://youtu.be/\_X0mgOOSpLU. (Deutscher Untertitel)

Dweck (2015). The Growth Mindset. Talks at Google, https://youtu.be/-71zdXCMU6A.

Gates (2015). What You Believe Affects What You Achieve. Gates Notes, https://www.gatesnotes.com/Books/Mindset-The-New-Psychology-of-Success.

0 Antworten

Hinterlassen Sie einen Kommentar

Wollen Sie an der Diskussion teilnehmen?
Feel free to contribute!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.